Finanzierungsmodelle der betrieblichen Krankenversicherung

Bei der Finanzierung der betrieblichen Krankenversicherung gibt es drei Varianten:

  • Die Arbeitgeberfinanzierung
  • Die Arbeitnehmerfinanzierung
  • Mischformen aus Arbeitgeber- und Arbeitnehmerfinanzierung

Dabei ist die Finanzierung durch den Arbeitnehmer sicher die Variante, die den geringsten Effekt auf Mitarbeitermotivation und Unternehmensidentifikation hat. Wer sich gegenüber seinen Mitarbeitenden als attraktiver Arbeitgeber positionieren will, der sollte sich auch finanziell – zumindest teilweise – an der betrieblichen Krankenversicherung beteiligen. Deshalb werden wir uns in diesem Beitrag auch nur mit den ganz oder teilweise arbeitgeberfinanzierten Varianten beschäftigen.

Bei der Finanzierung der bKV geht es nicht nur alleine darum, wer die Beiträge bezahlt. Auch Kosten für Steuern und Sozialabgaben müssen hier mit einbezogen werden. Mehr Informationen dazu finden Sie auch in den Beiträgen „Kosten einer betrieblichen Krankenversicherung“ und „Versteuerung der betrieblichen Krankenversicherung“.

Die arbeitgeberfinanzierte betriebliche Krankenversicherung

Bei der arbeitgeberfinanzierten betrieblichen Krankenversicherung bezahlt der Arbeitgeber die bKV-Beiträge komplett – für den Arbeitnehmer fallen also keine zusätzlichen Kosten an. In der Regel handelt es sich dabei um sogenannte „Uniage-Beiträge“, das bedeutet: Für jeden Mitarbeiter wird exakt die gleiche Summe aufgewendet. Wenn die bKV als steuerfreier Sachbezug gezahlt wird, fallen keine weiteren Kosten für Steuern und Sozialversicherungen an. Ist das nicht der Fall, dann ergeben sich drei Optionen für die Versteuerung mit daraus resultierenden unterschiedlichen Kosten:

Pauschalversteuerung: Der Arbeitgeber übernimmt die Lohnsteuer auf den bKV-Beitrag; je nach der gewählten Variante der Pauschalversteuerung fallen auch Sozialversicherungsbeiträge an, die der Arbeitgeber übernehmen kann, jedoch nicht dazu verpflichtet ist.

Nettolohnversteuerung: Die Kosten für Steuern und Sozialabgaben der bKV übernimmt der Arbeitgeber komplett.

Versteuerung als geldwerter Vorteil: Steuern und Sozialabgaben muss der Arbeitnehmer zahlen. Für den Arbeitgeber fällt nur der Arbeitgeberanteil der Sozialversicherungsbeiträge an.

Die arbeitgeberfinanzierte Variante der bKV hat für Unternehmen eigentlich nur einen Nachteil: Sie kostet Geld. Die Vorteile aber überwiegen und rechtfertigen die Investition:

  • Attraktivitätsgewinn dank Personalzusatzleistungen, die als sinnvoll empfunden werden
  • Steigerung der Mitarbeiterzufriedenheit und -loyalität
  • Investition in die Gesundheit der Belegschaft führt zur Reduzierung krankheitsbedingter Fehlzeiten
  • Nützliches Argument für das Recruiting-Gespräch, um Fachkräftemangel vorzubeugen

Mischformen zur Finanzierung der betrieblichen Krankenversicherung

Wenn das Unternehmen nicht bereit ist, den vollen Beitrag zur betrieblichen Krankenversicherung zu bezahlen, dann ist es selbstverständlich auch möglich, dass die Kosten zwischen den beiden Parteien Arbeitgeber und Arbeitnehmer aufgeteilt werden. Wer dabei wie viel Prozent übernimmt, ist Verhandlungssache.

Für Arbeitgeber liegt der Vorteil der Mischform in den geringeren Kosten. Nachteilig ist aber dabei, dass die meisten oben erwähnten positiven Effekte nur noch abgeschwächt wirken. Deshalb hat sich in der Praxis auch die rein arbeitgeberfinanzierte Variante als die üblichste durchgesetzt.